Afrika – Das Land, das mich Demut lehrte…

Schon ewig hatte ich den Traum in einem Kinderheim in Afrika zu arbeiten. Endlich etwas Sinnvolles und Nachhaltiges zu tun. Ich wollte etwas bewirken, etwas verbessern. Was dann folgte waren hochspannende Monate, die mich oftmals an meine Grenzen brachten. In denen jeder Tag eine Überraschung bereithielt. Überraschungen, die teilweise unberechenbar waren. Trotzdem möchte ich keine Sekunde davon missen, denn ich habe mich jeden Tag lebendig gefühlt. Trotz mancher Zweifel und Tränen, habe ich mich erfüllt gefühlt. Mit Pragmatismus und Respekt, aber vor allem mit Demut, wurde diese Zeit zur besten meines Lebens. Doch kaum wieder zu Hause, zurück im Arbeitsalltag, ging das Spiel von vorne los. Jetzt kam mir das, was ich täglich im Büro leistete, noch sinnloser vor. Ich sehnte mich so sehr nach Afrika, diesem wundervollen, kontrastreichen Land. Dem Land der Gegensätze. Noch nie war mir der Kontrast zwischen arm und reich, schön und hässlich, beengt und unendlich, so klar geworden wie in der Regenbogennation Südafrika. Es konnte keinen größeren Kontrast geben als die Waterfront in Kapstadt mit ihren internationalen Restaurants, Geschäften, dem Riesenrad, dem WM-Stadion und den vielen Touristenattraktionen einerseits, und den unendlichen Townships in den Außenbezirken, in denen sich kleinste Wellblechhütten aneinander reihen andererseits. Gesäumt von Dixi-Klos, überzogen mit einem unendlichen Kabelgewirr, befestigt auf Holzpfählen. Diese Enge der Townships im Kontrast zu der Weite der Nationalparks mit ihrer Vielfalt an unterschiedlichsten Tieren. Eines beeindruckender als das andere. Die Schönheit der Natur im Kontrast zu den mit Müll übersäten Townships.
Mein Besuch im Township Kleinmonds hat mich nachhaltig beeindruckt. Es war mir wichtig, das Township aus allernächster Nähe zu sehen, nicht nur im Vorbei fahren. Und so begleitete mich Edmund durch das Gassengewirr, während er mir offen all meine Fragen beantwortete. Genauso offen wie er darüber sprach, lange Zeit drogen-abhängig gewesen zu sein. Er stellte mir seine Eltern vor und auch seine Schwester, die zu diesem Zeitpunkt leider noch Drogen nahm, obwohl sie ein kleines Baby mit sich trug. Mir war die Drogenproblematik bisher überhaupt nicht bewusst gewesen. Doch dann sah ich die Drogendealer neben den Spielplätzen und an den Schulwegen stehen. Ich konnte nicht fassen, dass sie keine Skrupel hatten ihre Drogen an erst 8-Jährige zu verkaufen. An unschuldige Kinder, die keine Ahnung haben, was für Folgen der Drogenkonsum für sie hat. Um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, beginnen diese Kinder und Jugendlichen oftmals zu stehlen. Häufig bestehlen sie ihre Lehrer, und Diebstähle und Drogenkonsum führen zu Schulverweisen. Diese Kinder erfahren nicht die Unterstützung, Führung und Betreuung ihrer Eltern, die oftmals selbst in ihrem eigenen Teufelskreis der Perspektivlosigkeit gefangen sind. Ihre Lehrer sind oftmals überfordert und können ebenfalls keine positiven Vorbilder für die Kinder sein. Vorbilder, die sie für ein gesundes, verantwortungsvolles und perspektiven-reiches Leben benötigen. Und so entstand die Idee eines Care Centers. Eines sicheren und gewaltfreien Ortes, an dem junge Menschen gefördert und Perspektiven geschaffen werden können. Ein Ort an dem die Rechte junger Menschen respektiert und ihre Kompetenzen gefördert werden, damit sie ihre Potenziale entfalten können. Damit ihnen nicht der Weg auf Bildung und ein selbst-bestimmtes Leben verwehrt bleibt. Im Schutz des Care Centers möchten wir den Kindern Dinge bieten, die für uns oftmals eine Selbstverständlichkeit sind. Dinge wie ein warmes Mittagessen, einen Schreibtisch, an dem sie ihre Hausaufgaben machen können. Einen Ort, an dem sie spielen und toben können ohne den Gefahren der Straße ausgesetzt zu sein. Wir wollen ein Care Center bauen, das ab 12 Uhr – wenn die Kinder von der Schule kommen – bis 19 Uhr – wenn die Eltern von der Arbeit wieder zu Hause sind – geöffnet ist. In den Ferien sogar ganztägig. Das Care Center soll zunächst 25 Kindern und Jugendlichen zugänglich sein, wobei wir den Hauptfokus auf die 8- bis 12-Jährigen legen. Das ist das Alter, in dem sie am meisten gefährdet sind durch Gang-Strukturen, Drogen, Perspektivlosigkeit und Armut in die Kriminalität abzurutschen.

Unsere Förderziele sind im Wesentlichen:

  • Die Kinder von der Straße zu holen – weg von der Drogengefahr
  • Jedem Kind ein warmes Mittagessen
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Spiel und Spaß
  • Aufklärung über die Folgen des Drogenmissbrauchs
  • Hilfe für Kinder und Jugendliche, die bereits eine Drogenkarriere eingeschlagen haben
  • Den Kindern die Chance bieten, über Bildung zu einem selbstbestimmten Leben zu finden

Da solch ein Projekt nur funktionieren kann, wenn man die Nachhaltigkeit im Auge behält, sind tiefe Verwurzelung und zunehmende finanzielle Verantwortung auf lokaler Ebene entscheidende Faktoren, um den Erfolg des Projektes gewährleisten zu können. Wir sind sehr froh, dass die Einwohner Kleinmonds ein großes Interesse haben, sich in der Umsetzung des Care Centers nachhaltig einzubringen. Mit dem Bau und dem Unterhalt des Care Centers können wir somit auch Arbeitsplätze schaffen.
Doch für den ersten Schritt – die Grundsteinlegung – benötigen wir IHRE Hilfe! Bitte unterstützen Sie uns, in dem Sie für meine ganz persönliche Herzensangelegenheit
EIN CARE CENTER FÜR DIE KINDER IN KLEINMOND“ spenden.

Ich danke Ihnen!

Ihre Simone Dimmerling

 

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